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Bring your own Everything

Bring your own Everything

Der Trend der Consumerisation of IT, als das ubiquitäre verwenden der eigenen digitalen Geräte,  wurde erstmalig 2004 von  Rafael Ballagas in dem Konferenzpaper "BYOD: Bring Your Own Device" schriftlich erwähnt (Link). Der Wissenschaftler der RWTH Aachen untersucht in der Media Computing Group die unterschiedliche Verwendung der "physical interface for interacting with large public displays based on camera-enabled mobile phones", wobei der wirtschaftliche Fokus der heutigen Definition von BYOD nicht angedacht war.

Für die Mitarbeiter der Unternehmens-IT hat die inzwischen gängige Abkürzung BYOD auf Grund der technischen und rechtlich komplexen Lage oftmals eine ganz andere Bedeutung. "Bring your own Disaster", "Bring your own Dilemma" oder "Bring your own Diaspora" sind nur einige der Verwendeten Umschreibung die IT-Verantwortliche bei dem Akronym gerne verwenden. Auch wenn der Siegeszug solcher Initiativen ungebrochen schein, gibt es gerade in der eigenen Informationstechnologie Widerstand, da BYOD weit mehr als das Mitbringen des eigenen Handys für dienstliche Zwecke ist. Das Instrument, das höhere Mitarbeiterzufriedenheit schaffen und Geschäftsprozesse dynamischer und flexibler machen soll, ist mittlerweile selbst so unübersichtlich geworden.

Einsparpotenziale

Das Mitbringen und Nutzen eigener elektronischer Geräte im Geschäftsbereich ist jedoch kein neues Phänomen. So war es bereits in den 90er Jahren, also weit vor der permanenten und drahtlosen Verfügbarkeit des Internets, weit - wenn auch weniger sichtbar - verbreitet. So wurde an Arbeitsplätzen das eigene Modem verwendet, kostenintensive Internetzugänge wurden mittels eigener Software (Proxy) in der Firma verteilt oder aber der private Drucker wurde dem Etagendrucker vorgezogen. Bis zur Verwendung des eigenen Notebooks war dann nur noch ein kleiner Schritt.

Heutzutage nutzen die Mitarbeiter aber sowieso fast die gesamte Bandbreite ihrer elektronischen Kommunikationsmittel, die Sie entweder in Form von Geräten mit zur Arbeit schleppen, oder in Form von Internetdiensten und der Cloud Thematik wie Dropbox oder Evernote immer und überall verwenden können. Nach Smartphone, Tablet und Notebook wird eine permanente Verfügbarkeit des Internets, VoIP, und Cloud-Diensten etc. erwartet, die selbstverständlich auch privat Verwendung finden. Neben dem vordergründigen Vorteil für die Firmen, dass die Mitarbeiter die Geräte und IT-Dienste völlig selbstverständlich - ohne teure und zeitintensive Schulung - nutzen und somit vermutlich auch in der dienstfreien Zeit das Ein oder Andere abarbeiten, stehen auch viele technische und vor allem komplexe datenschutzrechtliche Fragestellungen. Daher sehen viele in der Consumerisation der IT derzeit mehr ein Fluch als ein Segen. Aber auch für die Mitarbeiter selbst ist die neue Geräte-Freiheit nicht nur positiv zu werten. Durch die unvermeidbare Vermischung der privaten mit der geschäftlichen Sphäre kann auch hier der Datenschutz nicht konsequent gewährleistet werden. So könnten beispielsweise private Mails mit heiklen Inhalten in den Händen der Firma landen, ohne das die Mitarbeiter dies beeinflussen können und die privaten Partybilder aus der Dropbox oder Facebook landen früher oder später im Backup der Firmen-IT.

Bring your own X ist somit weit mehr als Smartphone und Tablet, sondern auch Dropbox, Flicker, Facebook, XING, Notebook, UMTS-Stick und und und...

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