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Kontrolle oder Chaos? MaRisk als Stresstest für Banken und IT

Kontrolle oder Chaos? MaRisk als Stresstest für Banken und IT

Es gibt Momente, in denen ein Regelwerk seinen wahren Charakter zeigt. Nicht, wenn alles ruhig ist und Pläne akkurat funktionieren, sondern wenn mehrere Dinge gleichzeitig schiefgehen: Märkte zucken, Systeme stolpern, ein Dienstleister meldet Störung, das Callcenter läuft am Limit, und im Vorstand klingeln die Telefone. Genau in diesen Augenblicken beweist sich MaRisk – als Stresstest für Steuerung, Daten, Prozesse und Verhalten. Entweder entsteht Kontrolle: klare Prioritäten, kurze Schleifen, nachvollziehbare Entscheidungen, verlässliche Eskalationen. Oder es herrscht Chaos: Meeting-Marathons ohne Beschluss, Reports, die mehr Fragen als Antworten erzeugen, widersprüchliche Mails, Verantwortungen im Nebel. Dieser Artikel zeigt, warum MaRisk im Kern kein Papierprojekt ist, sondern ein System, das einen ganzen Kosmos aus Kredit, Markt, Liquidität, IT, Auslagerungen und operationellen Risiken in handhabbare Praxis übersetzt – und warum gerade IT-Organisationen davon genauso betroffen sind wie die klassischen Risikoeinheiten.

Worum es im Kern geht: Steuerungsfähigkeit unter Druck

MaRisk ist weder Checklistenromantik noch Selbstzweck. Es ist der Versuch, in einem hochkomplexen Umfeld eine gemeinsame Denkschiene für Entscheidungen zu etablieren: Welche Risiken nehmen wir bewusst? Woran erkennen wir Abweichungen früh? Welche Schwellen lösen Maßnahmen aus? Wer darf was entscheiden? Und wie kommen Erkenntnisse aus Fachbereichen, IT und Auslagerungen zur rechten Zeit an den Ort, an dem gehandelt wird?


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Von 20 auf 18: Wie v8 die CIS Controls neu strukturiert

Von 20 auf 18: Wie v8 die CIS Controls neu strukturiert

Es passiert nicht oft, dass ein technischer Katalog das Zeug zur gemeinsamen Sprache einer ganzen Branche hat. Die CIS Controls sind so ein Fall – und mit Version 8 haben sie sich neu sortiert, ohne ihre DNA zu verlieren. Aus 20 wurden 18 Controls, aus verstreuten Unterpunkten wurden präziser formulierte Safeguards, aus „Hardware“ und „Software“ wurden Enterprise Assets, aus höflichen Empfehlungen wurden umsetzbare Anforderungen für eine Welt, in der Workloads in die Cloud wandern, Mitarbeiter von überall arbeiten und Lieferketten zum größten Risiko werden können. v8 ist kein kosmetisches Update; es ist die Antwort auf die Frage: Wie priorisiert man Sicherheitsarbeit, wenn Infrastruktur, Identitäten und Daten längst über Rechenzentrum, SaaS und mobile Endpunkte verstreut sind – und wenn die Angreifer inzwischen Produktmanagement in eigener Sache betreiben?

Warum es eine Neuordnung brauchte

Die frühen Fassungen der Controls kamen aus einem ganz bestimmten Schmerz: Immer wieder öffentlich ausgenutzte Schwachstellen, vernachlässigte Baselines, keine Übersicht über Assets, zu breite Adminrechte, Protokolle, die niemand liest, Backups, die im Ernstfall nicht zurückspielen. Version 7 brachte diese Einsichten in eine klare, priorisierte Reihenfolge. Aber die Realität drehte schneller: Cloud wurde Standard, SaaS wurde Geschäftsgrundlage, Identitäten wurden zur neuen Perimeter-Kante, Remote Work wurde Alltagsbetrieb, und Drittparteirisiken wurden sichtbar – nicht nur regulatorisch, sondern operativ. Viele Unternehmen stellten fest, dass v7 zwar wirkt, aber Vokabular und Zuschnitt die neuen Infrastrukturen nur unzureichend abbildeten. v8 reagiert darauf, ohne den Kern (Priorisieren, Messen, Automatisieren) zu verwässern.


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Wie man als SCRUM Master (PSM I) zertifiziert wird?

Ein praxistauglicher Lern- und Denkleitfaden für Menschen, die Scrum wirklich verstehen (und die Prüfung souverän bestehen) wollen

Kurzfassung für Eilige: Lies den Scrum Guide mehrere Male wirklich aktiv, trainiere mit dem Scrum Open und verwandten Assessments, lerne die Warum-Ebene hinter Regeln und Begriffen, übe das Erkennen typischer Fallen – und nutze in der Prüfung die Zeit mit System. Der Rest dieses Textes macht daraus einen vollständigen, gut verdaulichen Lernpfad mit vielen Denkanstößen, Mini-Drills und Praxisbezügen.

Warum dieser Text anders aufgebaut ist

Statt einer klassischen „Roadmap“ oder reinen Tipp-Liste bekommst du hier einen Werkzeugkasten in Form von Bausteinen, die du modular einsetzen kannst:


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Gamification

Gamification

Gamification klingt nach hipper Modevokabel, ist aber längst im Alltag angekommen: Wer schon einmal eine Fortschrittsanzeige beim Ausfüllen eines Online-Formulars gesehen, in einer Fitness-App Abzeichen gesammelt, bei einer Lernplattform Streaks gepflegt oder in einem Schulungstool Quizfragen beantwortet hat, hat Gamification erlebt. Hinter dem Begriff steckt die bewusste Übertragung ausgewählter Spielprinzipien auf Kontexte, die eigentlich nichts mit Spielen zu tun haben – von Compliance-Trainings über Gesundheitsprävention bis hin zu Energiesparen, Nachhaltigkeit oder Kundenbindung. Der Effekt ist erstaunlich: Was trocken, repetitiv oder anstrengend wirkt, wird zugänglicher, motivierender und messbar wirksamer.

Wichtig ist dabei, Gamification nicht mit „Spielen bauen“ zu verwechseln. Niemand muss ein World-of-Warcraft-Klon entwickeln, um eine Schulung interessanter zu machen. Oft genügt ein gezielt platziertes Set an kleinen, wohlüberlegten Bausteinen – eine glaubwürdige Fortschrittsanzeige, eine klar sichtbare Zielmarke, kurze Herausforderungen, unmittelbares Feedback, gelegentliche Belohnungen, eine gute Geschichte. Der Clou ist nicht die Überfrachtung mit Effekten, sondern die Passung zwischen Spielmechanik, Zielgruppe, Kontext und dem eigentlichen Zweck der Anwendung.


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Wie man die Professional Scrum Product Owner I (PSPO I) Prüfung besteht?

Die Professional Scrum Product Owner I (PSPO I) der Scrum.org ist ein kompaktes, aber anspruchsvolles Online-Assessment. Formal ist es denkbar geradlinig: Du kaufst einen Voucher direkt bei Scrum.org, legst die Prüfung online zu einem Zeitpunkt deiner Wahl ab und arbeitest 60 Minuten lang 80 Multiple-Choice-Fragen (teils Single-, teils Multiple-Answer) auf Englisch durch. Ein Assessment-Center gibt es nicht, einen festen Termin brauchst du nicht, und der Voucher ist – Stand heute – ohne Ablaufdatum. Entscheidender als die Formalien ist aber das Verständnis der Product-Owner-Rolle und die Fähigkeit, diese Perspektive bei jeder Frage mitzudenken. Genau hier trennt sich in der Prüfung die Spreu vom Weizen.

Was die Prüfung tatsächlich prüft (und was nicht)

PSPO I fragt keine exotischen Tools ab, keine Framework-Add-ons und keine unternehmensspezifischen Praktiken. Sie testet Scrum pur – wie ihn der Scrum Guide beschreibt – in Kombination mit dem Product-Owner-Mindset: Wertorientierung, empirisches Arbeiten, Stakeholder-Fokus, das Management des Product Backlogs und Entscheidungen, die Outcome vor Output stellen. Wer versucht, klassische Projektmanagement-Logik (Gantt, Phasen-Gates, starre Scope-Fixierung) in die Fragen hineinzulesen, verrennt sich schnell. Erfolgreich ist, wer die Kernprinzipien (Empirie, Selbstmanagement, schlanke Regeln) wirklich verinnerlicht.


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