DORA-Gap-Analysen haben einen schlechten Ruf, und das nicht ganz zu Unrecht. Viele Organisationen starten mit guter Absicht und landen trotzdem in einem Zustand, der sich anfühlt wie „Workshop-Dauerbetrieb“: Anforderungen werden diskutiert, Interpretationen werden verglichen, Listen wachsen, offene Punkte werden in Maßnahmenpläne geschrieben – und nach einigen Wochen fragt jemand zu Recht: „Was haben wir jetzt eigentlich konkret gewonnen? Können wir irgendetwas belastbar zeigen, oder sind wir nur klüger geworden?“
Das Problem ist selten Fachwissen. Das Problem ist die Form. Eine Gap-Analyse, die nur auf Papier existiert, produziert zwar Erkenntnisse, aber keine Betriebsfähigkeit. DORA bewertet jedoch am Ende nicht Ihre Fähigkeit, Anforderungen zu erklären, sondern Ihre Fähigkeit, sie im Betrieb wiederholbar zu erfüllen – inklusive Nachweisen. Genau deshalb bleibt eine Gap-Analyse oft stecken, wenn sie als „Interpretationsprojekt“ geführt wird. Sie wird erst wirksam, wenn sie als Aufbau von prüfbaren Pfaden gestaltet wird: kritische Services, Entscheidungen, Prozesse, Evidenz. Das ist weniger diskutieren, mehr bauen.

