GRC-KPIs sind in vielen Unternehmen ein Dauerbrenner – und trotzdem bleibt ein unangenehmes Gefühl: Wir messen viel, aber es verändert zu wenig. Es gibt Dashboards, Ampeln, Kontrollquoten, Reifegradwerte, Audit-Feststellungen, Maßnahmenlisten. Und dennoch fragen Führungskräfte irgendwann (zu Recht): „Was soll ich damit konkret entscheiden?“ Spätestens an diesem Punkt wird sichtbar, ob KPI-Reporting eine reine „Pflichtlage“ ist oder ein echtes Steuerungsinstrument.
Der Kern des Problems liegt selten in fehlenden Daten. Er liegt in der Logik dahinter. Viele GRC-KPIs sind so gebaut, dass sie zeigen, ob etwas existiert oder ob etwas erledigt wurde. Das ist nicht wertlos – aber es ist nur die erste Stufe. Führung braucht nicht primär ein Bild davon, dass Kontrollen „irgendwie laufen“. Führung braucht ein Bild davon, wo das Unternehmen gerade verwundbar ist, was die wahrscheinlichsten Ausfall- oder Schadensszenarien sind und welche Entscheidungen die Situation spürbar verbessern. Genau an dieser Stelle kippt das Reporting häufig: Es ist entweder zu technisch, zu detailliert oder zu sehr auf „Kontroll-Abarbeitung“ fokussiert. Dann wird es zwar geliefert, aber nicht genutzt.

