NIS2 wird in vielen Unternehmen gerade mit hohem Tempo umgesetzt. Das ist verständlich: Die Erwartungshaltung ist groß, der Druck ist real, und niemand möchte in eine Situation kommen, in der man im Ernstfall oder in einer Prüfung erklären muss, warum etwas „noch nicht fertig“ ist. Genau hier entsteht aber ein typisches Nebenproblem, das ich in der Praxis immer wieder sehe: Nachweise werden zu früh als „Dokumentationsprojekt“ verstanden. Dann wächst die Menge an Artefakten schnell – aber die Prüfbarkeit wird nicht automatisch besser. Im Gegenteil: Wenn zu viele Dinge als Nachweis gelten sollen, wird es unklar, was wirklich zählt. Und Unklarheit ist im Audit der schnellste Weg zu Nachforderungen.
Dieser Artikel hilft Ihnen, die NIS2-Nachweispflichten pragmatisch zu sortieren. Nicht nach dem Motto „möglichst viel sammeln“, sondern nach dem Prinzip: Welche Artefakte belegen im Zweifel wirklich, dass Ihr Betrieb sicher und handlungsfähig ist? Und welche Artefakte sehen zwar ordentlich aus, bringen Ihnen aber wenig, weil sie weder Entscheidungen stützen noch die Umsetzung im Alltag nachvollziehbar machen?

