

Operational Resilience galt lange als Sonderdisziplin für Krisenmanager, als Notfallplan für seltene, extreme Ereignisse: Rechenzentrum brennt, Leitungen fallen aus, Angriff trifft die Kernsysteme, Lieferant stürzt ab. Dann kam die Dauerkrise – nicht als einzelner Paukenschlag, sondern als Takt: Cloud-Migrationswellen, Release-Kadenz im Wochenrhythmus, global vernetzte Lieferketten, Meldepflichten mit engen Fristen, Angreifer, die sich industrial
Als über den EU AI Act gesprochen wird, landen die Gespräche oft sehr schnell bei Governance-Strukturen, Risikoklassen, Registern und internen Prüfprozessen. Das ist wichtig – aber es blendet eine Realität aus, die in vielen Unternehmen darüber entscheidet, ob AI-Compliance überhaupt kontrollierbar wird: Der größte Teil der KI, die heute genutzt wird, wird nicht „gebaut“, sondern eingekauft. Und genau deshalb ist Einkauf und Vendor Management die
D ie Ära der wohlgeordneten Checklisten ist vorbei. Was lange als erstrebenswerter Zustand galt – „prüfungsreif“, „compliant“, „auditfähig“ – wirkt 2025 wie ein Raster aus einer anderen Zeit. Nicht, weil Gesetze unwichtiger geworden wären. Im Gegenteil: Nie zuvor griffen so viele Regelwerke gleichzeitig ineinander. Aber Compliance ist nicht mehr das Ziel, sondern die Einstiegshürde. Die wirkliche Führungsaufgabe heißt heute Governance: sichtbar s
NIS2 wird in vielen Unternehmen zunächst als „Security-Thema“ einsortiert: IT und Informationssicherheit klären Maßnahmen, Compliance koordiniert, und irgendwann bekommt die Geschäftsleitung ein Update mit Ampeln. Das wirkt vertraut, weil viele Regulierungs- und Auditwellen so gelaufen sind. Der Unterschied bei NIS2 ist jedoch, dass sich die Erwartung an die Geschäftsleitung deutlich verändert – nicht nur als Empfänger von Berichten, sondern als
Jede Organisation kennt sie, fast niemand denkt an sie: Multifunktionsgeräte, Druckerflotten, Scanner, Plotter, Etikettendrucker, Fax-Module, Kioskdrucker für Belege. Sie stehen unscheinbar im Flur, summen leise vor sich hin, produzieren zuverlässig Seiten – und werden in Security-Runden oft nur dann erwähnt, wenn es um Kosten oder papierlose Initiativen geht. Dabei sind genau diese Geräte in vielen Netzen hochprivilegierte, dauerhaft präsente, s
Es gibt Regulierungswellen, die über Unternehmen hinweglaufen, ein paar neue Formulare hinterlassen und dann im Tagesgeschäft versanden. Und es gibt Regulierungen, die die Statik eines Hauses verändern: wie Entscheidungen fallen, wie Risiken gemessen werden, wie Verträge geschrieben sind, wie IT gebaut, betrieben und wiederhergestellt wird. MaRisk war für viele Institute der Start in dieses neue Denken; DORA zwingt es nun zu Ende. Dazwischen lieg
Die Cloud ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Alltag. Unternehmen aller Größenordnungen verlagern Daten, Anwendungen und ganze Infrastrukturen in die Cloud – aus guten Gründen: Flexibilität, Skalierbarkeit, schnellere Time-to-Market und planbarere Kosten. Doch wo Geschwindigkeit und Dynamik steigen, wachsen auch die Risiken. Viele Organisationen gehen Cloud Security noch immer zu intuitiv an – ohne eindeutige Ziele, ohne messbare Kontroll
Wer 5G richtig verstanden hat, weiß: Der Sprung zur nächsten Mobilfunkgeneration wird nicht durch ein größeres Balkendiagramm im Speedtest definiert, sondern durch einen Architekturwechsel. 6G verspricht kein bloßes „Mehr“ an Bandbreite, sondern ein „Anders“: Netze, die sehen, hören, orten, interpretieren und entscheiden; Netze, die nicht nur Daten transportieren, sondern Bedeutung übertragen; Netze, die so eng mit Sensorik, KI und Edge-Rechenlei
Policy-Sprawl ist eines dieser Probleme, die selten als „Problem“ gestartet sind. Es entsteht fast immer aus guten Gründen. Ein Audit bringt neue Anforderungen, ein Incident erzeugt Druck, ein neuer Dienstleister will klare Regeln, eine Revision fordert Nachweise, eine Aufsicht setzt Schwerpunkte, oder ein interner Standard soll harmonisiert werden. Also schreibt man eine Richtlinie. Und noch eine. Und irgendwann sind es nicht zehn, sondern vierz
Der „Wizard of GRC“ für eine Zeit, in der dein Kaffee noch warm ist Es ist ein schwindelerregender Moment: Du öffnest den Editor, gibst zwei, drei Sätze in ein Prompt-Feld – und noch bevor dein Kaffee kalt wird, steht das Gerüst eines kompletten Dienstes vor dir. Routen, Controller, Datenmodell, API-Doku, Unit-Tests, Dockerfile, CI-Workflow: alles da. Was gestern noch ein Sprint war, passt heute in eine Session. Fantastisch für die Geschwindigkei
